Wo ist der Mut, mit dem vor zehn Jahren an die Schulsanierung gegangen wurde?

Veröffentlicht am 13.09.2020 in Allgemein

"Wie kann man eine Oberschule in einem Gebiet ohne Einzugsbereich gründen?" Diese Frage bestimmte die Diskussion am Montagabend in der SPD-Fraktion der Stadt Brandenburg an der Havel. Britta Kornmesser, Hanswalter Werner und Udo Geiseler hatten über den Entwurf des Schulentwicklungsplans und ihre Besuche in mehreren betroffenen Schulen berichtet. Unter anderem hatten sie sich im Gebäude des OSZ ´Alfred Flakowski´ in der Caasmannstraße den Gebäudeteil zeigen lassen, in den eine neue Oberschule einziehen soll. Völlig unverständlich ist den Genossen, wo dort in Neuendorf die Schüler herkommen sollen.

SPD-Bildungsexperte Udo Geiseler ist sauer: "Vor fünf Jahren haben wir angesichts steigender Schülerzahlen ein Schulzentrum mit Grund- und Oberschule am Bahnhof, also innerhalb des Zentrumsrings, gefordert! Damals wurde das abgelehnt. Jetzt, fünf Jahre später, hat die Verwaltung eingesehen, dass man die vorhandenen Oberschulen nicht mehr voller stopfen kann … und gründet eine Oberschule in absoluter Randlage! Für mich ist das nicht nachvollziehbar!"

Symbol für die aus SPD-Sicht unverständliche Schulentwicklungsplanung ist die Schließung des OSZs "Alfred Flakowski". "Gerade hat eine international beachtete OECD-Studie die duale Berufsausbildung als eine Basis dafür gelobt, dass Deutschland die Corona-Folgen besser meistern wird. Vor diesem Hintergrund will die Stadt Brandenburg an der Havel eine Berufsschule schließen", wundert sich Hanswalter Werner, SPD-Mitglied im Bildungsausschuss. Er kritisiert, dass niemand garantieren könne, dass die Landesfachklassen u.a. für Bäcker/Konditoren oder Köche nach der Fusion mit dem OSZ "Gebrüder Reichstein" wirklich in Brandenburg an der Havel bleiben. Bislang sei kein Plan vorgelegt worden, ob oder wie die hochwertig gestalteten Fachkabinette für diese Berufsgruppen in die Thüringer Straße verlegt werden können. "Die Ausbildungsbetriebe werden nicht ewig darauf warten", sind sich die Genossen sicher.

Kritisiert wird auch, wie der zusätzliche Platzbedarf in vielen anderen Schulen bewältigt werden soll: Räume für Hortnerinnen, PC-Kabinette, Essensäle usw. werden zu Klassenräumen umgewidmet. "Wir alle wollen Zuzug neuer Bewohner! Aber wir 'kleckern' bei der Schaffung von Bildungsangeboten für deren Kinder! Das ist doch ein Widerspruch!", sagt SPD-Fraktionschefin Britta Kornmesser.

Dieser Schulentwicklungsplan ist aus Sicht der SPD-Fraktion ambitionslos und derzeit nicht zustimmungsfähig. "Wo ist der Mut, mit dem vor zehn Jahren an die Schulsanierung gegangen wurde?", fragt Kornmesser, „Lasst uns wieder klotzen!" Die SPD-Fraktion regt abermals den Neubau eines Schulzentrums in Innenstadtnähe an. "Um die Anforderungen des kommenden Jahrzehnts zu bewältigen, brauchen wir nicht nur einen Schulentwicklungsplan! Wir brauchen einen Masterplan für Schulentwicklung!" Dieser müsse neben dem Raumbedarf für steigende Schülerzahlen auch endlich ein tragfähiges Schulausstattungskonzept mit digitalen Medien, eine zeitgemäße Fachraumgestaltung, moderne Möblierung, Schulmensen u. Ä. beinhalten. "Wir fordern die Verwaltung auf, die Vorlage zurückzuziehen und den Schulentwicklungsplan auf Basis moderner Schulentwicklung zu überarbeiten", so die SPD-Fraktion.

 
 

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