Lärmminderung durch „Bummelzonen“?

Veröffentlicht am 12.03.2019 in Verkehr

Der Aktionsplan zur weiteren Lärmminderung Stufe 3 wurde vor kurzem von der Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro IVAS vorgestellt. Die hier 17 vorgeschlagenen Maßnahmen sollen durch die Stadtverordnetenversammlung im März beschlossen werden (Vorlagen Nr. 066/2019).  weiterlesen...

Nach Durchsicht dieser Unterlage ist festzustellen, die umgesetzten Maßnahmen aus dem Aktionsplan 2 zur Lärmminderung von 2017 sind bisher an einer Hand abzählbar. Statt zukunftsweisender Lärmminderungsmaßnahmen auf Grundlage eines gesamtstädtischen Konzeptes werden in der Stufe 3 Einzelmaßnahmen präsentiert, die überwiegend auf eine Temporeduzierung auf Tempo 30 km/h und eine sogenannte Oberflächenverbesserung einzelner Straßen abzielen.

Dazu sagt Britta Kornmesser, Fraktionsvorsitzende und Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss „Es wurden wieder nur einzelne Straßen betrachtet und es wird keine wirkliche Lärmminderung geschaffen! So sollen z.B. die Wilhelmsdorfer Straße und die Bauhofstraße in Teilen eine Tempo 30 km/h - Straße werden, obwohl in diesen Straßen bereits jetzt schon das Staugeschehen sehr groß ist.  Statt einen fließenden Verkehr zu ermöglichen, schaffen wir „Bummelfahrzonen“, die den Ärger aller Verkehrsteilnehmer auf sich ziehen. Und Hauptverkehrsstraßen nachts mit Tempo 30 zu versehen, ist unserer Meinung nach praxisfern und nicht lösungsorientiert.

Selbst bei Umsetzung von Tempo 30 erfolgt nur eine Minderung des Lärms um ca. 1-3 Dezibel. So wurde bereits im Jahr 2017 beim Aktionsplan zu Lärmminderung der Stufe 2 diskutiert, dass eine Reduzierung des Lärms in einer Größenordnung von 1-3 Dezibel nichts bringen würde. Eine Lärm-minderung in diesem geringen Umfang wird vom Menschen kaum bzw. gar nicht wahrgenommen. Es bedarf also wirksamer Maßnahmen.

Kornmesser weiter: „Es sind weder eine durchgängige Grünphase bei Ampeln oder z.B. Lärmschutzwände natürlicher oder baulicher Art zeitnah geplant. Auch ein Parkleitsystem, um unnötige Rundfahrten bei der Parkplatzsuche zu vermeiden, ist in weiter Ferne.

Die geplante Verbesserung der Oberflächenstruktur vieler Straßen bei der nächsten Sanierung ist weder zeitnah umzusetzen noch finanzierbar und eine Asphaltstraße in der denkmalgeschützten Altstadt auch nicht vorstellbar.“

Dieser Aktionsplan ist viel Papier und keine wirkliche zielführende Lösung, um den Lärm in unserer Stadt zu senken. 

 
 

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