Brandenburg an der Havel braucht einen Stadtbaudirektor

Veröffentlicht am 09.04.2019 in Kommunalpolitik

Entwurf der Fassengestaltung Plauer Straße

Die im städtischen Stellenplan vorgesehene, aber nie besetzte Stelle, eines Stadtbaudirektors wurde in die zentrale Personalreserve verschoben. Der Oberbürgermeister wolle nach der Kommunalwahl die vakante Stelle des Bürgermeisters neu besetzen, mit dem Ergebnis, dass man dann einen Stadtbaudirektor womöglich nicht mehr benötige.

Auf den ersten Blick erscheint dies, insbesondere unter finanziellen Erwägungen, nachvollziehbar. Die klamme Stadt muss sparen, und warum soll eine, zudem noch herausragende, Stelle besetzt werden, wenn die Aufgaben auch anders erledigt werden können. Auf den zweiten Blick allerdings wird man feststellen, dass unsere Stadt diese Stelle dringend braucht. Deswegen ist die Besetzung einer solchen Position zentrale Forderung der SPD-Fraktion.

Die Denkmalsanierung in unserer Stadt ist weitgehend abgeschlossen. Was dort erreicht worden ist, lässt sich sehen und hat dazu geführt, dass nicht nur die Brandenburger wieder stolz auf ihre Stadt schauen können, sondern die Perle der Mark auch von vielen Besuchern als eine der attraktiven Städte im Land wahrgenommen wird. Dies ist aber nicht das Ende der Stadtentwicklung und schon gar kein Grund, sich auszuruhen. Was jetzt erforderlich ist, ist Brandenburg an der Havel konkurrenzfähig zu anderen Kommunen zu erhalten und zu gestalten. Dazu bedarf es einer Entwicklung von Urbanität in der ganzen Vielschichtigkeit dieses Begriffes. Um zukunftsfähig zu bleiben müssen wir die „städtische“ Stadt entwickeln, die Stadt, die die Region prägt, in der die Menschen leben und arbeiten wollen. Für diese Entwicklung brauchen wir den Zuzug nicht weniger Menschen. Auch müssen wir denen, die weggegangen sind, Anreize zur Rückkehr bieten. Dazu bedarf es Neubauten, deren Errichtung und Gestaltung nicht einzelnen Investoren überlassen werden darf, sondern nach einer abgestimmten und geordneten Stadtplanung erfolgen muss.

Dazu wiederum brauchen wir einen Stadtbaudirektor, der ohne zugleich das „politische“ Amt eines Beigeordneten oder Bürgermeisters auszuüben, die Entwicklung der Stadt unter fachlichen Gesichtspunkten fördert und koordiniert. Die unterschiedlichen politischen und auch partikularen Vorstellungen bleiben daneben ohnehin erhalten und werden, soweit sie mehrheitsfähig sind, die Entwicklung bestimmen. Es muss daher niemand befürchten, dass ein Stadtbaudirektor qua Amt, allein entscheidet, wie die Stadt zukünftig gestaltet werden soll. Mit seinem fachlichen Sachverstand und eigenen Entwicklungsideen wird man sich aber auseinander setzen müssen.

Möglicherweise führt dies ja zukünftig dazu, dass die Meinungen nicht wie beim Packhof kompromisslos aufeinander treffen, und am Ende mühsam eine neue Entscheidungsfindung auf den Weg gebracht werden muss. Über einzelne, fragwürdige Baumaßnahmen der jüngsten Zeit, ist bereits anderweitig berichtet worden. Auch diese wären mit einem Stadtbaudirektor sicherlich zu vermeiden gewesen. Deutlich wird dies bei der wenig gelungenen Ausgestaltung des Nicolaiplatzes oder der aktuellen Bebauung der Plauer Straße. Ein mit Leben gefüllter urbaner Raum ist ebenso wenig entstanden wie der Platz seine Funktion für den öffentlichen und individuellen Straßenverkehr erfüllt. Die dortigen Verkehrsabläufe sind ein tägliches Ärgernis. Auch die Fassadengestaltung des neu entstandenen Seniorenheimes fügt sich in keiner Weise in das Stadtbild der Altstadt ein und verursacht in der Bevölkerung nur Kopfschütteln.

Nicht selten lohnt ein Blick in die Vergangenheit, um aus früheren Entwicklungen, Lehren für die Zukunft zu ziehen. Die Entwicklung unserer Stadt in der Weimarer Republik ist ein Zeugnis geordneter Stadtplanung mit jeweils herausragenden Baufachleuten in der kommunalen Verantwortung. Vieles von dem was damals entstanden ist, prägt das Bild unsere Stadt noch heute. Auch damals stellte sich im Übrigen bereits die Frage, welche Entwicklung nimmt Brandenburg an der Havel im Verhältnis zu der Metropole Berlin. Eine auch heute mehr als aktuelle Frage, zu deren Beantwortung man auf  den Sachverstand zurückgreifen sollte, den man bekommen kann (wenn man denn will).

 
 

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